Dienstag, 7. Januar 2020

Der Vagusnerv- der heilsame Anteil unseres Nervensystems


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(Bildquelle: Wikimedia.org)
Ich schreibe heute diesen Blog zu diesem Thema weil ich es selber auch sehr gut kenne aus meinem Leben. Sehr lange hatte mich der sogenannte sympathische Ast des vegetativen Nervensystems oder der "aufsteigende Ast" des Vagusnervs dauerhaft unter Kontrolle. Mein damaliger Philosophie Lehrer aus meinem Gymnasium in Istanbul sagte mal zu mir:
"Mädchen, dein sympathisches System ist der Wahnsinn! Du reagierst wie eine Thermometerskala auf Geschehnisse!"
Auch heute noch habe ich das in mir.
Und es klingt erstmal gut.
Es ist auch wichtig in gewissen Situationen auf "Flucht-und Kampfmodus" zu stehen. Sehr reagibel zu sein. Der Gegenspieler ist der Parasympathikus, der für Entspannung, Relaxen usw zuständig ist.Doch wenn der sympathische Teil des vegetativen (sogenannten unwillkürlichen Nervensystems) dauerhaft aktiv ist dann kann es sehr anstrengende Folgen haben für uns. Stellen sie sich vor dass in ihrem Körper ständig Stresshormone produziert werden, die die Abwehr heruntersetzen; Hormone die die Gefäße zusammenziehen ununterbrochen ausgeschüttet werden. Ich denke dass man sich den Rest ausmalen kann. Auch in Momenten in denen wir offenbar keine Gründe für Stress hätten aktiviert unterbewusst ein gewisser Teil in uns dennoch den sympathischen Ast.
Hinter diesem grandiosen System steckt ein Areal unseres Gehirnes, welches das Unbewusste, unsere Emotionen kontrolliert. Das ist das limbische System. 
Das vegetative Nervensystem ist deutlich älter als das zentrale Nervensystem und es ist ein System welches nicht unserer Willkür unterliegt. Und genau hier ist oft das Problem.
Dem limbische System unterliegt der Mandelkern, die Amygdala. Hier sitzen alle unsere Ängste die aus alten Erfahrungen, Niederlagen, unschönen und stressigen Situationen ergründet worden sind. Diese Ängste sitzen im Unterbewussten tief fest, sodass in gewissen Situationen, z.B. meist Situationen in denen wir die Komfortzone verlassen, plötzlich dies einspringt. Keine Frage, es möchte uns schützen. Doch tut es dies natürlich nicht. Im Gegenteil: es hält uns und unsere Entwicklung eher auf.

Doch nun zurück zum vegetativen Nervensystem:

Der grösste Nerv dieses Systems ist der Vagusnerv; der X. Hirnnerv. Er entspringt aus dem Gehirn. Durch das verlängerte Rückenmark tritt er durch ein Loch in der Schädelbasis aus -gemeinsam mit Halsschlagader und Vene- läuft am Kehlkopf, den Stimmbändern vorbei indem er eine kleine Schleife macht als sogenannter Recurrens-Nerv (daher auch der Name->von "rückläufig") und verläuft - direkt an der  Speiseröhre -  sehr nah bei Lunge und Herz durchs Zwerchfell. Feine Äste versorgen die ganzen Organe der Verdauung im Bauchraum und aber auch die Nieren. Fast bis zum Rektum.
Daher auch der Name vagabundierender Nerv.
Sie sehen also dass auch eine gesunde Herzfunktion von einem gut und ausgeglichen reagierenden Vagus-Nerv abhängt.

Allerdings ist es nicht so dass wir ständig im Relax-Modus sein müssen. Im Gegenteil! Der Vagusnerv braucht auch einen gewissen Tonus, eine Spannung! Grundsätzlich brauchen wir auch regelmässig anregende Impulse! Sonst verweilen wir ja auch ständig in einem zu bequemen Trott, suchen keine Entwicklung und keine Herausforderung mehr.

Eine Gitarre dessen Saiten nicht ausreichend gespannt sind oder eine Djembe dessen Fell keine Spannung hat geben auch keine guten Töne von sich.

Aber es ist eben auch wichtig regelmäsig für die Entspannung - bzw die Aktivierung des Vagusnerves -  zu sorgen.


Und nun zurück zum kleinen Taktgeber-Biest , die Amygdala, der Mandelkern:


Wir können- so wie es zB die Yogis auch beherrschen- diesen Kern in wichtigen Situationen deaktivieren bzw dafür sorgen dass er allmählich kleiner wird.


Denn sie kennen sicher auch Situationen in denen sie sich eine Aktion vornehmen und plötzlich bekommen sie nahezu Schweißausbrüche. Oder sie kommen nicht zum Zuge weil sie sich blockiert fühlen; es gelingt nicht. Hier springt der Mandelkern ein, weil es die alte Erfahrung gespeichert hat.


Es gibt ganz gute naturheilkundliche-bzw erfahrungsheilkundliche Möglichkeiten. Zum Beispiel aus der Spagyrik empfehle ich da gerne rythmisierende Mittel, die ein aus dem Takt geratenes Vegetativum wieder harmonisieren kann. Die Passionsblume- man sieht es auch an der Signatur, die wie ein Uhrwerk aussieht- dass sie ausser Takt geratene Systeme harmonisieren kann. Aber auch Mittel aus der Antroposophie, die den Mandelkern bearbeiten können. Und zu guter Letzt meine Lieblinge, die Teemischungen. Allein schon die Zubereitung bindet uns ein in ein Ritual. Erdende Rituale sind auch sehr wichtig.


Des weiteren Meditation, sich der Ursache bewusst werden und entsprechendes Ein-und Ausatmen und überhaupt auch tiefes Atmen - bis in den Bauch.


Die heilsame Kraft des vagabundierenden Nerves können wir jederzeit nutzen. Wir müssen es nur üben.


Um auf meine Erfahrungsgeschichte zurückzukommen. Offensichtlich hatte der ständige Wechsel zwischen verschiedenen Sprachen und unterschiedlichen Kulturen und der Stress ständig den Spagat spannen zu müssen bei mir auch dauerhaft den Vagus eher deaktiviert und den Mandelkern dauerhaft feuern lassen. Jedenfalls habe ich es gelernt, die Angst zu meinem wahren Lehrmeister zu machen. ich profitiere sehr davon und fühle mich gestärkt.

https://www.heilpraktikerinoeznuracar.de/praxist%C3%A4tigkeit/quellenangaben-f%C3%BCr-die-blogs/