Montag, 30. März 2020

Sodbrennen vom Sodbrennen unterscheiden!


Sodbrennen ist eine sehr häufig auftretende Problematik und bedauerlicherweise greifen viele sofort zu Antacida oder Protonenpumpenhemmern. es wird aber sehr schnell übersehen dass nicht immer der Säureüberschuß schuld ist, sondern eventuell auch ein Säuremangel.
Hierzu muss man eine genauere Anamnese betreiben und herausfinden was die Person genau für ein Problem hat. Die Konstitution des Patienten verrät ja auch Einiges. Und in vielen Fällen bewirken z.B. Protonenpumpenhemmer eher ein Durcheinander in der Säfteregulation.
Über den Darm habe ich ja schon ausführlich geschrieben. Nun möchte ich die anderen Organe die stark mit dem Darm zusammenarbeiten mit einbeziehen. Nämlich - neben dem Magen- das Pankreas , die Leber, und aber auch die Milz.
Doch vorerst das Pankreas.
Das Pankreas ist bein keilförmiges  im Oberbauch liegendes Organ welches ca 20cm lang und 3-4 cm dick ist.Der Pankreaskopf beginnt auf der rechten Körperseite , liegt neben der Wirbelsäule auf der Höhe des 2.-3. Wirbels und mündet in den Dünndarm. Das Pankreas bildet mit Leber-Gallenblase und Magen eine recht symetrisches Bild und schmiegt sich  dem Dünndarm und dem Magenausgang an. Somit haben wir es hier mit einem ausgeklügelten System des Verdauunsgapparates zu tun. Hier münden drei sehr wichtige Organe in den Dünndarm:
-Pankreas
-Gallenblase
-Magen
Leber und Magen sind die wesentlich bekannteren Organe. Das Pankreas allerdings wird oft weniger als ein Teil des Verbundes beachtet. Was auch übersehen wird ist, dass aus abendländischer Sicht ein überschüssiges Milz-Prinzip ebenfalls Sodbrennen verursachen kann; nämlich die bekannten Schwarzgallen. Also die Melancholera.
Ich bleibe hier jetzt beim exokrinen Teil, denn das Pankreas ist auch zuständig für die Insulinausschüttung und auch für den Gegenspieler des Insulins, das Glukagon. Es werden aber auch Hormone gebildet! Stellenweise sogar das Serotonin! Des Weiteren aber auch Somatostatin, welches durch die Hemmung der Sekretionsprozesse das Ganze nochmal moduliert.
Der Exokrine Teil ist zuständig für Fettverdauung (Lipasen) , Kohlehydrateverdauung (Amylasen) und die Eiweißverdauung (Trypsin). Insgesamt sind das basische Säfte im Gegensatz zu den Magensäften. Die ganze Ausschüttung oder auch Hemmung der Produktion der Säfte ist vegetativ gesteuert (also über unser unwillkürliches Nervensystem) und wird über gewisse wichtige Hormone nochmal feinjustiert! Wie zB Gastrin die Magensäureproduktion, Cholezystokinin die Gallenblase und das Pankreas. Der gesamte Gastrointestinaltrakt funktioniert über die klassischen Peristaltik; also dieses schlangenartige Zusammenspiel von Kontraktion und Entspannung.
Und da die Säfte so unterschiedlich sind in ihren pH Werten (also von zu sauer bis zu basisch...So zwischen pH 1 im Magen bis pH 8-9 im Dünndarm) werden noch sehr raffinierte Puffersysteme mit eingeschaltet die dafür sorgen dass die verschiedenen Enzyme ordentlich arbeiten können.

  • Ich kann übrigens bei der Anamnese schon genau erfragen wo evtl das Problem liegt. Wenn zum Beispiel eher nach dem Essen ein Sodbrennen auftritt, ist das Problem wohl eher im Magen. Denn sobald wir etwas essen wird Magensäure ausgeschüttet. Und wenn es evtl sich um eine geschädigte Schleimhaut handelt, dann leuchtet ein dass sobald die sauren Magensäfte ausgeschüttet werden es brennt. Tritt das Problem nüchtern auf und bessert sich eher nach dem Essen, liegt das Problem wahrscheinlich eher doch im Dünndarm! Denn die Säfte die in den Dünndarm sezerniert werden sind eher basischer Natur. So wird eine Schleinhautentzündung sich eher beruhigen!
Nun kommen wir zum Thema Sodbrennen:
Bei Sodbrennen denken wir natürlich auch an falsche Ernährung. Kaffee, Alkohol;  zu fett, zu viel und vor allem zu spät gegessen. Stress, Ärger. Es gibt aber auch Situationen in denen einfach der Stoffwechsel etwas herabgesetzt ist und die Säfteproduktion nicht ganz ausreichend ist. In diesen Fällen kann der Speisebrei auch zu lange im Magen oder eben im Dünndarm liegen und kann Reizungen , Endzündungen der Schleimhäute verursachen.
Dafür müsste man sich u.a. aus abendländischer Sicht auch die Konstitution des Patienten genauer ansehen. Handelt es sich zB um einen Choleriker, der ohnehin zu viel Säuren produziert und scharfe Gelbgallen hat? Ist es ein Phlegmatiker dessen Verdauung man zB mit Bitterstoffen tonisieren könnte?
Auf jeden Fall ist es wie ein Dominoeffekt:
Stimmt die Säfteproduktion, Säftesezernierung nicht dann hat es eben eine Menge weitere Beschwerden zur Folge. Dann stimmt die Bakterienbesiedelung im Darm nicht. Und somit eben vieles anderes wie zB die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen und Bausteinen auch nicht!

Der Blogartikel beschränkt sich natürlich nur auf die ganz normalen Leiden die man heutzutage so hat. Schwerwiegendere Verdachtsfälle müssen selbstverständlich weitergeschickt und abgeklärt werden.

Und um die Säfte gut umzustimmen , wie man in der Naturheilkunde so sagt, gibt es ganz gute Möglichkeiten. Die Bitterstoffe, die ich zu erwähnen nicht müde werde, sind dabei nur eine Möglichkeit. Nur wenn es sich um Ulcera handeln sollte, sollte man lieber Bitterstoffe mit Vorsicht geniessen. Da muss ein Schleimhautaufbau her...

Es gibt vielerlei Möglichkeiten. Doch jeder Fall muss individuell ermittelt werden.



https://www.heilpraktikerinoeznuracar.de/

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